Sexuelle Objektifizierung

Sexuelle Objektifizierung ist die Sicht auf Menschen als Objekt der Begierde.


Objektifizierung steht entgegen der Wahrnehmung anderer als Individuen mit komplexen Persönlichkeiten und eigenen Wünschen und Plänen. Dies geschieht, besonders in Bezug auf Frauen, indem nur über ihren Körper oder Teile ihres Körpers gedacht oder gesprochen wird.

Sexuelle Anziehung ist nicht das gleiche wie sexuelle Objektifizierung: Objektifizierung tritt nur auf, wenn die Individualität der begehrten Person nicht anerkannt wird. Pornographie, Prostitution, sexuelle Belästigung und die Darstellung von Frauen in Massenmedien und Kunst sind Beispiele für sexuelle Objektifizierung.

Das Konzept der Objektifizierung ist der Arbeit von Simone de Beauvoir geschuldet. Sie sprach vom grundlegen Dualismus des menschlichen Bewusstseins zwischen dem Selbst und dem Anderen: Der mentale Prozess, in dem Menschen die Welt in „wir“ und „die“ klassifizieren.

Frauen werden universell über alle Kulturen hinweg als „das Andere“ angesehen, eine Rolle die sowohl auferlegt als auch verinnerlicht ist und dazu führt, dass Frauen grundsätzlich nicht wirklich als vollwertige Menschen angesehen werden. Ein wichtiger Punkt von Beauvoir ist, dass der „die Anderen“-Effekt der selbe ist, unabhängig davon ob Frauen als minderwertig oder als mysteriös und moralisch überlegen angesehen werden: „Andersheit“ und volle Gleichwertigkeit kann es nicht nebeneinander geben.

Die Theorie der Objektifizierung erklärt, wie das Aufwachsen in einer Kultur, die den weiblichen Körper auf verschiedene Weise zum Objekt degradiert, die Selbstsicht und das Wohlbefinden von Mädchen & Frauen grundlegend verändert.

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Quellen

9 Kommentare

  • Sigmata sagt:

    Sexuelle Anziehung ist nicht das gleiche wie sexuelle Objektifizierung: Objektifizierung tritt nur auf, wenn die Individualität der begehrten Person nicht anerkannt wird.

    PUH leider muss ich sagen das ich als Kerl zuerst, wie auch die Frauen, auf die äusserlichen Werte anspreche. Der erste Eindruck den man(n) und Frau hat ist leider das Aussehen! Das ist leder der Praxis geschuldet! Und wenn ich eine Frau vorübergehen sehe mit tiefem Ausschnitt schaue ich ganz sicher automatisch hin. Also geschieht Objektifizierung bei mir automatisch denn ich lerne diese Frau ja nicht als individuell kennen im Vorübergehen.
    Bisher habe ich mich nicht als Sexist gesehen!
    Frauenfeindlichkeit ist für mich auch wenn Frauen ihre „Objekte“ benutzen und ihe Schönheit materialisieren um im Leben vorwärts zu kommen! Das ist schädlicher für die Frauenbewegung als jeder blöde Frauenwitz über den man sich so schön immer beschwert!

    Für mich gibt es in der Zukunft also keine einfache Lösung um mit dem „Problem“ meines verhaltens und das der Frauen umzugehen.

    Bye the Way bye bye..

  • Daniel Bohrer sagt:

    Was ist, wenn du die Frau nicht auf der Straße, sondern irgendwo anders triffst, wo du sie nicht sehen kannst? (Ja, Online-Dating _ist_ state of the art. Alternativ sonstige schriftliche oder mündliche Kommunikation.) Insofern stelle ich deine These „Das erste, was man hat, ist das Aussehen“ sehr in Frage, und es gibt genügend Leute, die zuerst auf den Charakter und dann erst (wenn überhaupt) auf das Aussehen schauen.

  • antiprodukt sagt:

    Objekt /= Funktion

  • […] feministischer Seite wird Objektifizierung so definiert: “Sexuelle Objektifizierung ist die Sicht auf Menschen als […]

  • […] und sie dabei in vermutlich völlig abgefahren komische Situationen zu bringen.  Rape culture? Objektifizierung? Sexismus? Sexualisierte Gewalt on a daily basis? Kennen wir ja aus dem echten Leben™ zum Glück […]

  • Sasa sagt:

    Ist Pornographie wirklich -zwangsweise- Objektifizierung? Kann man eine Frau nicht als Individuum, mit allen Ihren Seiten darstellen und dennoch als sexuell begehrenswert? Ein Portrait einer Person ausserhalb der Pornografie wird ja auch nicht als reduzierend empfunden, auch wenn es sich auf einen Teilaspekt konzentriert – die Malerin, der Fussballer, die Torhüterin etc. Wie steht ihr zur amerikanischen „sex positive feminism“ Bewegung?

  • […] Gedanke, der dem zugrunde liegt, objektifiziert Mädchen von klein auf. Es geht nicht um die “Volksgesundheit” oder die Gesundheit der […]

  • […] mehr Gedanken, die sich auf ihren Körper bezogen. Dies lässt sich mit der Theorie der Objektifizierung in Einklang bringen. Daneben zeigten Frauen, die einen mit ihrem Gesicht versehenen sexualisierten […]

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