Slut Shaming

Slut Shaming greift Frauen für ihr sexuelles Verhalten, Gebahren oder auch Kleidungsweise an, oder redet ihnen hierfür Schamgefühle ein. Slutshaming ist Instrument und Teil der Rape Culture.


„Schlampen-Beschämen“, auch bekannt als „Schlampen-Dreschen“, greift Frauen oder Mädchen für ihr sexuelles Verhalten an, oder redet ihnen Schamgefühle ein, sofern diese einen oder mehrere Geschlechtspartner oder sexuelle Gefühle haben, nach denen sie handeln.  Ebenfalls ist es „die Implikation, dass, wenn eine Frau auf eine Art und Weise Sex hat, wie die traditionelle Gesellschaft es ablehnt, sie sich schuldig und minderwertig zu fühlen hat“ (Alon Levy, Slut Shaming). Dies verletzt nicht nur die angegriffenen Frauen und Mädchen, auch Frauen als Ganzes in der Gesellschaft. Es sollte nicht nötig sein zu erwähnen, dass Slutshaming auch ohne die Nennung des Begriffs „Schlampe“ vorkommt.

Was umfasst „Slut Shaming“?

In einfache Worte gefasst, findet slut-shaming statt, wenn eine Person „öffentlich oder privat eine Frau beleidigt, weil diese ihre Sexualität auf eine Weise ausgedrückt hat, die nicht mit den patriarchischen Erwartungen an Frauen übereinstimmt“ (Kat, Slut-Shaming vs. Rape Jokes). Ermöglicht wird dies durch den Gedanken, dass eine Frau mit dem Ruf einer Schlampe – z.B. eine „ausser Kontrolle geratene, nuttige Frau“ – es „nicht wert ist zu kennen oder sich um sie zu kümmern“ (Tanenbaum, p. 240).

Wenn man alle negativen Bedeutungen des Wortes beiseite lässt, ist eine „Schlampe“ einfach nur eine Person, oftmals eine Frau, die Sex mit mehreren Partnern hat/te. In Gesellschaften, in denen der einzige akzeptable Ausdruck für weibliche Sexualität in der Ehe liegt (üblicherweise um Kinder zu gebären), ist Sex mit mehr als einem Partner gehabt zu haben genug, um die Bezeichnung „Schlampe“ und das dazugehörige Slutshaming zu rechtfertigen. In Gesellschaften wie den Vereinigten Staaten ist es nicht mehr ungewöhnlich mehrere Beziehungen zu haben. Auch „kein Sex vor der Ehe“ wird von Frauen meistens nicht mehr verlangt. Diese Verschiebung der Sexualmoral hat die Türen für die „richtige“ weibliche Sexualität geöffnet: vom einzigen Bezug innerhalb der Ehe zur „Einstellung des Mädchens, ihren Gefühlen für den Jungen mit dem sie zusammen ist und ihren Gefühlen gegenüber Sex als Ausdruck von Liebe“ (Taunenbaum, p. 67)

Frauen über das, was als „normal“ angesehen wird kontrollieren zu wollen und „akzeptable“ Grenzen für weibliche Sexualität festzulegen sind ist nicht auf sexuelle Aktivitäten beschränkt. Zum Beispiel sind auch Frauen die „provokative Kleidung“ tragen (oder nur fotografiert wurden während sie Brüste haben) von slut-shaming betroffen. So auch Frauen die sexuell aggressiver und/oder mutig ihre eigene Sexualität beanspruchen.

Wie bereits dargestellt, jede Frau die schon einmal Sex hatte kann Opfer von slut-shaming werden. Eine Jungfrau kann Opfer von slut-shaming werden. So lange geschlechtsbezogene Schimpfwörter wie „Schlampe“ weiterhin als Waffen gegen Mädchen und Frauen eingesetzt werden, muss jede Frau die irgendwem wegen irgendetwas nicht passt mit slut-shaming rechnen.

Die sexuelle Doppelmoral

Wenn es darum geht, wie und auf wen sexuelle Vorwürfe angewandt werden, gab und gibt es immer noch eine klare Doppelmoral – was bedeutet dass „es einen Regelsatz für Männer und Jungs gibt, und einen anderen, ungleichen für Frauen und Mädchen“ (Tanenbaum, p. xvii). Was das slut-shaming angeht, der „übergangsweise Doppelstandard“ (ein Begriff der Soziologin Ira Reiss) beinhaltet: „Männer dürfen aus jedem Grund Coitus haben – Frauen nur, wenn sie verliebt oder vergeben sind“ (Tanenbaum, p. 58)

Sprachwissenschaftlich kann der Doppelstandard auf verschiedene Weisen betrachtet werden. Eine ist die Anzahl der sexualisierten Schimpfwörter für Frauen und Männer: In einer Studie der North American English, identifizierte Stanley (1977, zitiert von Graddol & Swann, 1989, p. 110) 220 Wörter für eine sexuell freie Frau aber nur 20 für einen sexuell freien Mann. [Sandra McKay und Nancy H. Homberger (Cambridge University Press, 1995.): Sociolingüistics and language teaching, p. 266]

Obwohl die exakte Anzahl an Wörtern für Frauen gegen Männer sich seit der Studie ohne Zweifel geändert hat,  das Verhältnis ist in etwa gleich geblieben. Zusätzlich kommt das Ungleichgewicht nicht nur durch die Anzahl, sondern auch durch den Inhalt zu Stande: Schimpfwörter für Frauen sind häufig sexuell konnotiert.

Das vergleichsweise kleine Feld das der männlichen Promiskuität gewidmet ist, bestärkt die bereits erwähnte These der Doppelmoral. Der Tenor ist ein komplett anderer: Casanova, Romeo, Lothario, und Don Juan leiten Status von einem historischen Stammbaum ab, während Frauenheld, Ladykiller, Gigolo, Hengst und Sugar Daddy nicht den selben verurteilenden Ton der meisten weiblichen Begriffe haben. Sie verkörpern machohafte Vorstellungen von Macht und Eroberung. Die einzige Ausnahme ist „roué“. Die Anrufung großer Liebhaber der Vergangenheit, echt und fiktional, dient dem Bereitstellen von respektablen Vorbildern. [Online 1911 Encyclopaedia Britannica: Entry on Promiskuity]

Es ist erwähnenswert dass der oben erwähnte Artikel das einzige positive Wort für eine sexuell aktive Frau enthält dass ich [die Autorin] während der Recherche für diesen Artikel finden konnte: „Sex-Kätzchen“.

Über „männliche Schlampen“

Ohne Zweifel gibt es den Trend, Männer und Jungs auch als „Schlampe“ zu bezeichnen, was oft als Beweis herangeführt wird, dass der Begriff Schlampe nicht geschlechtsbezogen und darum nicht sexistisch ist. Wenn man das Ganze jedoch im Rahmen des kulturellen Kontextes und der sexuellen Doppelmoral betrachtet, ist es klar dass der Gebrauch des Begriffes bei Männern sich von dem Gebrauch gegenüber Frauen unterscheidet.

Zuerst war der Begriff Schlampe ein Begriff, der ausschliesslich für Frauen angewandt und erst später so angepasst wurde, dass auch Männer darunter fielen. Deshalb impliziert „Schlampe“ ohne Kontext immer noch eine Frau oder ein Mädchen. Andernfalls wird von „männlicher Schlampe“ gesprochen.

Ebenfalls erwähnenswert sind die unterschiedlichen Definitionen von „Schlampe“ (die meisten Defnitionen im Urban Dictionary handeln von weiblichen Personen) und „männlicher Schlampe„, die im Urban Dictionary als „jemand, der durch Bars pirscht um ‚Coyote-Ugly‘-Frauen aus egoistischen Gründen mit nach Hause zu nehmen.“

Selbst in Fällen, in denen eine Person darauf achtet „Schlampe“ geschlechtsneutral zu benutzen – das kulturelle und soziale Gewicht dass hinter dem Wort steckt macht seine Wirkung nicht gleichwertig.

Wenn wir das Wort Schlampe „zurückgewinnen“ um es gegen Männer einzusetzen, wird es eingesetzt, um ein Verhalten zu kritisieren. Aber wenn das Wort benutzt wird, um eine Frau zu beschreiben, wird es nahezu jedesmal als Ablehnung gegenüber dem was sie sagt, was sie tut oder ihrer Persönlichkeit verstanden. Dieser Unterton existiert für Männer nicht – wenn Männer „schlechtes“ sexuelles Verhalten an den Tag legen, wird es meistens als privates Versagen angesehen.“ (Außer man ist Politiker und wird dabei erwischt)

– Ari (Still Truckin‘): Why „Slut“ is still sexist.

Aus den auch oben genannten Gründen ist die Verwendung des Begriffs Schlampe auf Männer keine Aufhebung der sexuellen Doppelmoral, und hebt auch nicht die Anlässe zum slut-shaming sowie die verletzende Wirkung auf Frauen auf.

Warum Frauen „slut-shamen“

Wie bei vielen sexistischen Phänomenen sind Frauen nicht nur Ziele des slut-shaming, sondern auch oft aktiv daran beteiligt. So kann in einem Moment eine andere Frau beschimpft werden, im nächsten Moment die eigene „Schlampigkeit“ hervorgehoben werden. Dies kann verwirrend und widersprüchlich wirken, wenn es mit dem männlichen Verhalten in Bezug auf Sexualität verglichen wird.

Das Erste, was man verstehen sollte, wenn man über aktiv slutshamende Frauen spricht, ist, dass Streit innerhalb unterdrückter Gruppen ein notwendiger Bestandteil ist, um diese Gruppen unterdrückt zu halten. Frauen sind durch verinnerlichten Sexismus ermutigt, sich gegenseitig zu misstrauen und um männliche Anerkennung zu kämpfen. In anderen Worten:

„Slut-shaming ist eines der Hauptmittel mit dem Frauen um die Anerkennung von Männern im Patriarchat kämpfen, das den Wert einer Frau anhand ihrer Attraktivität definiert und verhindert, dass sie sich auf andere Weise abgrenzt.“ [Nine Deuce (Rage Against the Man-chine): Sluts!.]

Man sollte in Erinnerung behalten, dass männliche Anerkennung im Patriarchat sich in eine gewisse Form von Macht umwandelt (möge es auch eine sehr beschränkte Macht sein). Selbst in Gesellschaften in denen Frauen auch andere Möglichkeiten haben, um an Macht zu kommen, werden Mädchen in jungen Jahren dennoch ermutigt nach männlicher Anerkennung zu streben, um sich ihre Machtposition zu erhalten.

Tanenbaum betrachtet das Phänomen in Bezug auf slut-shaming: „Slut-bashing ist ein einfache Möglichkeit um sich mächtig zu fühlen. Wenn man sich unsicher oder beschämt in Bezug auf die eigenen sexuellen Wünsche fühlt, muss man nur eine andere Frau Schlampe nennen und plötzlich ist man eine der „Guten“ und oben in der sozialen Hackordnung.“ [Leora Tanenbaum (Harper Paperbacks, 2000.): Slut! Growing Up Female with a Bad Reputation, p. 238.]

Also, wenn slut-shaming für andere Frauen so lohnend ist, warum sollte Frau „schlampig“ sein wollen oder jemanden „schlampig“ als Kompliment machen? Während die Phänomene in direkten Widerspruch zueinander stehen, sind die Gründe hinter dem Zelebrieren der eigenen „Schlampigkeit“ die gleichen wie hinter dem slut-shaming: die Anerkennung von Männern zu erlangen und in der Hierarchie aufzusteigen. Wenn eine Kultur sowohl „Anstand“ als auch „Frivolität“ verherrlicht – beides als Wege eine „richtige“ Frau sein zu können bejubelt – verinnerlichen die Frauen in dieser Kultur diese sich widersprechenden Botschaften. So ist es keine Überraschung, dass viele Frauen sowohl die Schlampe angreifen und gleichzeitig versuchen selbst eine zu sein.

Die Effekte von Slutshaming und was wir dagegen tun können

Jemanden Schlampe zu nennen mag harmlos wirken. Slut-shaming mag auch als nützlich angesehen werden, als eine Art Vorsichtsmaßnahme – „guten“ Mädchen dabei helfen, sexuelle „Fehltritte“ zu vermeiden, oder sogar sexuell Belästigung oder Vergewaltigung zu vermeiden, indem man an den „schlechten“ Mädchen ein Exempel statuiert. Aber das Gegenteil ist wahr:

Ein in der Jugend erworbener Ruf kann die Selbstwahrnehmung über Jahre hinweg beschädigen. Sie könnte Ziel für andere Formen von Belästigung oder sogar Vergewaltigungen werden, da ihr Umfeld sie als „leichtes Mädchen“ betrachtet, ihr das Recht abspricht, „nein“ zu sagen. Sie könnte mit einer großen Anzahl an Partnern sexuell aktiv werden (selbst wenn sie vor Erlangung dieses Rufes nicht sexuell aktiv war). Oder sie könnte ihre sexuelle Seite komplett verstecken, weite Kleidung tragen und nicht einmal in der Lage sein, sich von ihrem Freund küssen zu lassen.

– Leora Tanenbaum (Harper Paperbacks, 2000.): Slut! Growing Up Female with a Bad Reputation, p. 229.

Die Auswirkungen des slut-shamings gehen über den Diskurs über Vergewaltigung, Missbrauch und Belästigung hinaus:

Wie oft wurde eine Vergewaltigung gebilligt, weil eine Frau für eine Schlampe befunden wurde? Wie oft werden Frauen Huren genannt, weil ihre Partner sie schlagen? Wie oft wird die sexuelle Vergangenheit gegen Frauen benutzt, wenn es um sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz geht? Die sexuelle Doppelmoral ist viel stärker, als wir denken.

– Jessica Valenti: He’s a Stud, She’s a Slut: The Sexual Double Standard

Eine kurze Google-Suche der oben genannten Fragen bringt folgende Ergebnisse: Angebliches Opfer als Schlampe beschimpft, Vergewaltigungsfall fallengelassen, Falsche Vergewaltigungsvorwürfe und Vergewaltigungskultur, Vergewaltigungsfall in Georgia fallengelassen wegen der sexuellen Vergangenheit des Opfers?, 13jähriges Mädchen begeht Selbstmord nachdem Klassenmitglied Nacktfotos verteilt, und Zurückschlagen: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und der Fall von North County *.

Und zum Schluss einige Vorschläge, um zu helfen slut-shaming zu verhindern:

  • Jungs sollten Mädchen mit Respekt behandeln… wenn wir einen Standard für beide Geschlechter haben, dann haben wir sexuelle Gleichheit. [Leora Tanenbaum (Harper Paperbacks, 2000.): Slut! Growing Up Female with a Bad Reputation, p. 234.]
  • Eltern sollten gegenüber ihren Kindern offen sein, was Sexualität angeht – und das bedeutet, offen über weibliche als auch männliche Sexualität zu sprechen. Sie sollten ihren Töchtern und Söhnen vermitteln, dass Mädchen und Jungs sexuelle Gefühle haben und diese vollkommen normal sind. Auf diese Weise müssen sie ihre Angstgefühle nicht auf einen Sündenbock projizieren.
  • Lehrer müssen einsehen, dass slut-bashing ein ernstzunehmendes Problem ist. Zu oft tun sie es als Teil des Erwachsenwerdens ab. Aber slut-bashing ist eine Form der sexuellen Belästigung, und ist illegal nach „Title IX“, welcher Schülerinnen und Schülern eine belästigungsfreie Bildung garantiert. Wenn eine Lehrkraft Zeuge von slut-bashing wird, muss sie dafür sorgen dass dies aufhört. […] [Lehrer und Verwaltungsangestellte] müssen durch Richtlinien Bewusstsein schaffen gegen sexuelle Belästigung an ihren Schulen.
  • Schulen und Jugendprogramme haben die Pflicht mit Kindern über die verletzende Auswirkungen von sexuellen Bezeichnungen zu reden. […]

Aber das Wichtigste an dem wir alle zu arbeiten haben ist Folgendes: Hören wir auf, von Frauen als „Schlampen“ zu denken oder sie so zu nennen. Mal ehrlich: Das ein oder andere Mal haben viele von uns eine Fraue „Schlampe“ genannt. Wir sehen eine Frau die mit etwas davonkommt, was wir auch gerne tun würden. Wie nennen wir sie? „Schlampe“.

Wir sehen eine Frau, die sich provozierend anzieht, und vielleicht wünschen wir uns den Mut uns ebenso anzuziehen. Wie nennen wir sie? „Schlampe“.

Viele von uns bemerken, dass dieses Stigma unfair und unberechtigt ist. Trotzdem haben wir diese Beleidung benutzt: Unsere soziale Prägung sitzt zu tief. Wir müssen uns des Doppelstandards bewusst werden und wie wir jeden Tag in dieses Verhalten zurückfallen. Wenn wir uns dessen bewusst werden, haben wir die Kraft dies zu verhindern. [Leora Tanenbaum (Harper Paperbacks, 2000.): Slut! Growing Up Female with a Bad Reputation, p. 238-240.]

Zuerst, hört auf andere Frauen Schlampe zu nennen! Es ist nicht notwendig dass wir uns gegenseitig anfeinden, Mädels. Und sprecht es an, wenn Männer das selbe tun. Ich werde nie die Unterhaltung vergessen, die die Mitbewohner meines Freundes im College hatten. Beide haben mit dem selben Mädchen innerhalb eines Jahres geschlafen – sie nannten sie eine Hure und machten Witze über ihre „ausgeleierte“ Vagina. Ich fragte warum Sie die schlechte Person in diesem Szenario ist – letztendlich hatten sie auch mit ihr Gelegenheitssex. Sie konnten mir keine Antwort geben, aber das hinderte sie nicht daran, weiter zu lachen. Ich habe es immer bereut, nichts weiter gesagt zu haben. Abgesehen davon, dass wir beleidigt werden, um die Doppelmoral aufrecht zu erhalten, es ist ein harter Kampf. Ich denke wir erkennen den Schwachsinn hinter diesem Schlampe/Hengst-Dreck wenn wir es sehen – egal ob es ein Anti-Abtreibungsgesetz oder ein Film der Frauen die Sex haben als abweichend darstellt – wir sind auf dem richtigen Weg.

– Jessica Valenti: He’s a Stud, She’s a Slut: The Sexual Double Standard

Quellen / Weiterführendes:

6 Kommentare

  • Sophist sagt:

    Das Englische Slut heisst soetwas wie Schlitz also wäre das Deutsche Equivalent korrekterweise das ultravulgäre „Fotze“.
    Aber negativ wird auch der Mann mit häufig wechselndem Geschlechtspartner betitelt. Als „geiler Bock“ schon seit Zeiten wo noch das rohe Patriarchat herrschte, als Macho, untreuer Hund und andere Vergleiche aus dem Tierreich vor allem in der näheren Vergangenheit und Gegenwart.
    Auch wenn das hier Klientelpolitik und Standpunktargumentation ist, bitte nicht so einseitig.

    Anmerkung: Nicht, dass ich Ihren grundsätzlich lobenswerten Einsatz für die hehren, egalitaristischen Ideale des Grundgesetz kritisieren wollte.

  • […] selbst nur freundschaftlich mit mehreren Männern verkehrt, eine „Schlampe“, dieses sogenannte Slut Shaming  zieht sich durch durch alle […]

    • gerrit sagt:

      also an sich erst mal ein thema dass mehr wert ist behandelt zu werden als viele der elendigen anderen hier, dann hab ich aber doch noch etwas auszusetzen, „männliche schlampen“ oder die bezeichnung als solche, das ist sehr wohl sehr weit ausgeprägt! denn ich zähle dazu selbstverständlich den vorwurf „immer nur an das eine zu denken“, und hey die liebe autorin kann ja nicht abstreiten dass das sehr oft fällt und ein ernstes problem ist, in dem fall von den frauen die so sozialisiert wurden das vorzuwerfen und überhaupt das als vorwurf zu betrachten, denn sex ist für beide geschlechter schön und auch an sich ein erstrebenswertes ziel. muss man eben nur mal verstehen und es nicht als unnötige geilheit auffassen, also nicht „die männer“ kritisieren, sondern seine eigene libido entdecken.

      cheerio

  • Peter sagt:

    Der Grund für das „Slut-Shaming“ ist nicht die Sexualität an sich, sondern die Eigenschaften, die unsere Gesellschaft Frauen zuschreibt. Frauen gelten im Allgemeinen als das „zivilisierende“ Geschlecht, sanfter, emotionaler, einfühlsamer, selbstloser, kontrollierter, weniger triebgesteuert usw. Eine Frau, die sehr sexuell ist und Sex außerhalb von festen Partnerschaften hat, verstößt gegen diese Rollenvorgaben (wobei ich diese Rollen zumindest zum Teil auch für Folgen natürlicher Geschlechtsunterschiede halte). Deswegen wird die jeweilige Frau gesellschaftlich abgewertet. In unserer vermeintlich frauenfeindlichen Gesellschaft herrscht meiner Ansicht nach also viel mehr ein schlechtes Männerbild vor. Ein Mann, der den männlichen Rollenvorgaben nicht entspricht ist ein „Weichei“, „Schwächling“ oder „Versager“.
    Ich persönlich halte generell nicht viel von unverbindlichem Sex, für mich deutet er vielmehr bei beiden Geschlechtern auf negative Persönlichkeitsaspekte hin (niedrige Hemmschwelle, Abgebrühtheit, Selbstzentrismus, geistige Unreife, gestörtes Verhältnis zu menschlicher Nähe). Sich „provozierend“ anzuziehen deutet ebenfalls auf eine eher ungehemmte Art der Selbstdarstellung hin. Aber letztlich bleibt es jedem selbst überlassen, was er trägt und wie er seine Sexualität auslebt. Aber so etwas sagt nunmal etwas über den Charakter des Menschen aus und prägt das Bild, was man von ihm hat.
    Im Übrigen ist es für einen Mann sehr viel schwieriger eine Frau ins Bett zu bekommen als umgekehrt. Dass er deswegen für seine „Leistung“ teilweise Anerkennung erhält („toller Hecht“) und sie eher billig wirkt ist auch logisch.

  • […] diesem Begriff verhöhnt und beleidigt. Welche Folgen das hat, ist wohl unter dem Begriff “slut-Shaming” bekannt geworden. Zu schade, dass viele Feminist_innen noch nicht einsehen, dass der Kampf […]

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