Was kann ich für den Feminismus tun?

Feminismus lebt von Menschen, die sich ihm öffnen und sich aktiv beteiligen – egal, mit welchem Bildungs- oder Wissenshintergrund, in welcher Intensität, in welcher Form. Fight the Kackscheiße, everywhere.


[trigger warning=“explizite diskriminierende Sprache zur Illustrierung von Beispielen“]

Hier ein paar erste Ansätze für pro-feministische Männer aber auch Frauen:

  • Am einfachsten ist es, mit anderen Menschen über Feminismus zu reden. So wissen auch sie, dass „normale Menschen“ wie ihre Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen und Verwandten FeministInnen und „trotzdem“ freundlich und vernünftig sein können.
  • Leiste gemeinnützige Arbeit in einer Organisation die Frauen hilft (Liste siehe unten). Es gibt eine große Auswahl an Organisationen. Einige sind offen feministisch, andere nicht, aber jede Handlung die anderen Frauen hilft, ist ein Akt feministischer Solidarität.

Ab jetzt wird es ein wenig schwerer:

  • Stelle dich gegen jede Aussage, die Frauen herabwürdigt, beschränkt oder verletzt – unabhängig davon, ob Frauen davon direkt persönlich betroffen sind.
  • Akzeptiere nicht, dass es einen „Krieg der Geschlechter“ gibt und fechte an, wenn jemand das Gegenteil behauptet und/oder dies als „natürlich“ bezeichnet.
  • Akzeptiere nicht, dass „Männer nicht anders können als X zu sein“, wenn X herabwürdigende oder verletzende Haltung gegenüber Frauen beinhaltet (oder Geschlechterrollen die beschränkend, herabwürdigend und verletzend gegenüber Männern sind).
  • Vergegenwärtige dir deine (männlichen) Privilegien, z.B. mit einer Checkliste. (Anm: Nachträglich eingearbeitet)

Als pro-feministischer Mann ist das besonders wichtig, denn wenn du dich nicht gegen offenen Sexismus/Antifeminismus stellst gilt:

Du verpasst die Chance „die Bösen“ aufzuhalten. >Du verpasst die Chance die echten Frauenhasser, die kranken Spinner, diejenigen die ernsthaft Frauen hassen, nur weil sie Frauen sind, zu stoppen. Diejenigen, in deren Reihen du nicht gehörst. Diejenigen, die die Frauen verletzen, die du in Zukunft liebst oder bereits geliebt hast.

 

Die Sache ist, dass du und die Jungs, mit denen du rumhängst, es vielleicht „nicht so meinen“, wenn sie von „beknackten Weibern“ und „dummen Schlampen“ und „Hö-hö-hö-die-würde-ich-mal-gerne“ reden. Man kann einfach nicht mit ihnen (den Frauen) vernünftig reden, man kann nicht mit und nicht ohne ihnen leben, und sie ist offensichtlich nur so angezogen weil sie flachgelegt werden will, und man hat halt in der Küche nichts verloren, wenn man die Hitze nicht verträgt, sie sind halt nur willkommen, wenn sie sich an die Spielregeln halten, sollen sie doch woanders hin, wenn sie mit Sticheleien nicht zurechtkommen, und höhöhö die sind ohnehin nur zum Ficken und Putzen gut, nicht gemacht für Führungspositionen, zu emotional um eine Firma zu leiten, sie wollen eh nur dein Geld, und endlich mal verstehen würden, dass sie all die Macht in dieser Gesellschaft haben, wenn sie aufhören würden zu überreagieren und das Opfer zu spielen, und weisse Männer heutzutage ja eh nichts mehr tun dürfen, und und und …

 

Ich verstehe, dass ihr diesen Scheiß echt nicht so meint und euch nur auskotzt.

 

Aber hört mal, vertraut mir bitte hierbei: Wahrscheinlich hattet ihr diese Unterhaltungen mal mit jemandem, der Frauen wirklich ernsthaft hasst – möglicherweise sogar übergriffig wurde. Und ihr wisst vermutlich nicht, welcher das war. Und der Typ? Möglicherweise warst du auf seiner Seite.

 

So lange wir eine Kultur pflegen, in der “die Guten” manchmal wie Frauenhasser wirken, werden die echten Frauenhasser die Botschaft nie verstehen: dass sie eben nicht normal sind und die meisten, inklusive starke, erfolgreiche Männer, Frauen gegenüber nicht feindlich eingestellt sind.

– aus Kate Harding: On being a no-name blogger using her real name
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Quellen / Weiterführendes

Organisationen:

3 Kommentare

  • Kutzbutz sagt:

    Also ich muss sagen, diese male-privilege-list passt mal überhaupt nicht in den deutschen Kontext. Vieles davon ist in Deutschland schon viel besser, als beschrieben. Einiges ist sogar umgekehrt (z.B. Punkt 18).

  • Ahoj,
    ich finde euren Text super für die zielgruppe „cis-männer, die in männerbündlerischen cis-männer-grüppchen rumhängen“, könnt ihr vielleicht einen disclaimer an den anfang setzen, dass der text zitate von diskriminierenden Sprüchen als beispiele entählt? danke!

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