You Walk Alone

Sl*tWalks sind eine dezentralisierte, vielfältige Bewegung, die von den Strategien und inhärenten Schwierigkeiten, die das (nicht?)politische Konzept der “Offenheit” mit sich bringt, zu profitieren und gleichzeitig unter ihnen zu leiden scheint.


Nachdem ein Polizist 2011 einer Gruppe Studentinnen* sagte, sie sollten “sich nicht wie Schl*mpen kleiden”, um nicht Opfer sexualisierter Gewalt zu werden, starteten Frauen* in Toronto, Kanada, eine sich schnell verbreitende Bewegung gegen diese Kultur des “sl*t shaming” und “victim blaming”, indem sie aus Protest die sogenannten “Sl*tWalks” ins Leben riefen. In dem Bestreben, das Wort “sl*t” zu reclaimen und (zumindest teilweise) den Zugang zum Diskurs über weibliche* Sexualität zurückzuerobern, fanden Ende 2011 Demonstrationen, so genannte “Sl*tWalks”, in 75 Städten weltweit statt. In Berlin, Deutschland, fand die erste Demonstration letzten August mit etwa 3500 Teilnehmer_innen statt; noch ein Sl*tWalk fand erst letzte Woche statt.

Die der Protestbewegung zugrunde liegenden Ursachen, da ist sich der Feminismus (TM) einig, sind sehr ernst zu nehmen: Der Kampf gegen “rape culture“, “sl*t shaming“, “victim blaming”, sexualisierte Gewalt und sexuelle Belästigung (im öffentlichen Raum)/street harassment, Objektifizierung, Trivialisierung und die weitverbreitete Verachtung von Frauen*, die im öffentlichen Raum nicht als vollwertige Menschen wahrgenommen werden. Sl*tWalks sind eine dezentralisierte, vielfältige Bewegung, die von den Strategien und inhärenten Schwierigkeiten, die das (nicht?)politische Konzept der “Offenheit” mit sich bringt, zu profitieren und gleichzeitig unter ihnen zu leiden scheint – die Bewegung als eine Chance für Menschen, die nicht politisch organisiert sind, trotzdem teilzunehmen, oder aber als die unvermeidliche Fortsetzung systematischer sozialer Diskriminierung, wenn mensch diese nicht expliziert reflektiert und/oder stark gegen diese eintritt und handelt (vgl. die bemerkenswert ähnlichen – nein, das ist nicht nur bemerkenswert, das ist ironisch – Probleme der Occupy Wall Street-Bewegung).

Wichtig: Einer offenen Bewegung wie den Sl*tWalks, die so viele Frauen* (und Männer*) wie möglich dazu einlädt, teilzunehmen, geht es nicht allein um das Ziel, Diskriminierung zu verhindern; bestimmte Punkte, dem “offenen” Konzepts geschuldet, behandeln Diskriminierung sogar Teil als des “Deals”. Demzufolge wird entscheidend, wie die Reaktion auf entsprechende Vorfälle oder sogar ganze Strukturen von Diskriminierung ausfällt, und dieser Punkt ist es, an dem viele Sl*tWalks scheitern.

Es gab bereits antirassistische Kritik an den Sl*twalks – und nicht nur einmal, sondern immer und immer und immer und immer und immer und immer und immer und immerund immer wieder. Es gab antiklassistische, antiheterosexistische, antiableistische, anticissexistische … Kritik an den Sl*twalks – und nicht nur einmal, sondern hier und hierund hier und hier und hier und hier. Und diese Links sind übrigens nur das Ergebnis einer schnellen Google-Suche – es gibt noch viel mehr davon.

Den Veranstalterinnen* der Sl*twalks in Berlin wurde viel Wut und Frustration entgegengebracht, zuletzt von Der Braune Mob, angesichts eines Vorfalls beim Sl*twalk letzte Woche, wo eine (weiße) Frau* dachte, es wäre eine gute Idee, sich einen Niqab auf ihren* Körper zu malen. Das ist aus mehreren Gründen verkehrt (Überraschung!), aber die schlimmsten davon sind wohl, dass:

1) Blackface eine ganz schlechte Idee ist
2) zu glauben, man könne als weiße und vermutlich deutsche Frau* für Frauen* die Niqabs tragen sprechen, eine ganz schlechte Idee ist
3) obwohl kultureller Relativismus ohnehin üblicherweise durch fehlende Solidarität gekennzeichnet ist, verdreht es, wenn man politisierte religiöse Symbole als Symbole für Frauenunterdrückung in einem Land, dessen Einwohnerin* man nun mal nicht ist, benutzt, die ganze Idee, die hinter den Sl*twalks steht – nämlich die Tatsache, dass Sexismus eine globale systematische Unterdrückungsstruktur ist, und deshalb die Proteste auf der ganzen Welt stattfinden. Solidarität drückt man üblicherweise am besten aus, indem mensch diejenigen, die darunter in einer anderen Form leiden als mensch selbst, tatsächlich mal einlädt und bittet, für sich selbst zu sprechen, anstatt sie nachzuahmen oder fast sogar zu parodieren, und für sie zu sprechen; erst recht dann, wenn dies die antimuslimische, rechte Debatte unterstützt, wie es dies in einem Land wie Deutschland tut, in dem gerne mit dem Finger auf andere gezeigt wird und in dem konservative Politiker_innen plötzlich ihren tief verankerten Antisexismus entdecken, wenn es um Frauen* geht, die Kopftücher tragen – Thilo Sarrazin hätte an einem solchen Sl*twalk vielleicht Spaß.

Wie eben bereits gesagt: In einer Bewegung wie dem Sl*twalk kannst du Menschen nicht ausweichen, die diskriminierend sprechen und agieren – und deswegen geht es dann darum, wie du mit Vorfällen dieser Art umgehst. Bedauerlicherweise ist sich der Sl*tWalk Berlin dessen nicht bewusst, ganz im Gegenteil – und es ist genau diese Reaktion von Sl*tWalk-Vertreterinnen*, die mich am meisten verärgert, nicht einmal das, was da so “nebenbei” passiert. Das, was da zunächst in hitzigen Online-Debatten begann, lief gestern (und wieder: Überraschung!) quasi exemplarisch “im realen Leben” auf einer Podiumsdiskussion bei der Fünf-Jahres-Jubiläums-Feier der Mädchenmannschaft, deren geplante Diskussion zu feministischem (Netz-)Aktivismus rasch in “white wining” darüber mündete, dass es “SO SCHWIERIG” sei, Menschen einzuschließen, die nicht die Privilegien der Sl*tWalk-Vertreterinnen* teilen.

Anfänglich fühlte ich tatsächlich mit ihrer Vertreterin* am Podium mit, da sie (und das war zur Abwechslung eine erfreuliche Überraschung) den kompletten Raum (inklusive derMädchenmannschaft-Vertreter_innen, Bühnenwatch und HollaBack! Berlin) gegen sich zu haben schien, angesichts dessen, was nur eine Woche vorher passiert war und erneut am Nachmittag, als der Sl*tWalk Berlin sich dazu entschied, ein Foto besagter bemalter Niqab-Frau* zu veröffentlichen und die recht anstrengenden rassistischen Rechtfertigungen, die sie zuvor vorgebracht hatten, zu wiederholen. Die Diskutantin sagte, sie sei nur für fünf Wochen dabei gewesen. Alleine die Tatsache, dass die Sl*tWalk-Allianz in Berlin eine Person, die nur für diese kurze Zeit involviert war, aussendete, um sich einer der grundlegendsten und wichtigsten Diskussionen zu stellen, in einem Raum voller Feministinnen*, die sich entschieden gegen deren Aktionen positioniert hatten, spricht Bände für mich. Mein Mitgefühl schwand jedoch schnell, als sie und die vier oder fünf anderen Sl*tWalk-Organisatorinnen*, die im Publikum saßen, sich dazu entschlossen, das Wort zu ergreifen, genau das taten: Sprechen. Denn, wenn es jemals ein Beispiel dafür gegeben hat, Dinge durch Sprechen schlimmer zu machen, dann war es das.

Hervorragend veranschaulichten die fünf weißen Frauen*, die das Sl*twalk Orga-Team repräsentierten, wieso in ihrem Orga-Team keine einzige Woman* of Color ist, und schienen fest dazu entschlossen, jede PoC und jede_n antirassistische Ally bei jedem ihrer Sätze “BINGO” schreien zu lassen – zu viele, um sie alle zu wiederholen, aber hier ein paar Anhaltspunkte, damit ihr wisst, wovon ich rede:

Es wurde gesagt, dass der Sl*tWalk Berlin keine konstruktive Kritik empfangen hat, nur bösartiges Bashing. Ich erlaube mir, da anderer Meinung zu sein, siehe die Links oben. Darüber hinaus – wenn es einer passiert, dass sie mit sehr viel antirassistischem “bösartigen Bashing” anderer Feministinnen* konfrontiert wird, die nicht und nicht damit aufhören, sollte sie vielleicht ihre Strategien überdenken. Als Antwort auf die Kritik einer Woman* of Color, dass das Wort “Sl*t” ein Begriff wäre, der für Women* of Color eine Reihe zusätzlicher Implikationen trüge und dass, ihrer Ansicht nach, es unmöglich sei, auf diese Art und Weise den Ausdruck zu reclaimen, wurde entgegnet, dass das Ziel des Sl*tWalk Berlin “nicht mehr sei, den Ausdruck zu reclaimen”. What the fuck ist dann bitte euer eigentliches Ziel?Wenn ihr aufgegeben habt, den Ausdruck zu reclaimen, macht es doch keinen Sinn mehr, euch “Sl*tWalk” zu nennen, und euer einziger Zweck ist jetzt, Feministinnen*, die nicht unter dieser Fahne gegen rape culture demonstrieren wollen oder können, auszuschließen. Die ganze Idee hinter dem Sl*tWalk war es, einen Anknüpfungspunkt in der Mainstreamdebatte über die Sexualität von Frauen* zu finden und durch die Besetzung dieses Begriffs und den Versuch, diesen umzukehren (was, da würde ich zustimmen, ein sehr schwieriges Unterfangen ist), den Diskurs zu ändern. Wenn ihr das gar nicht mehr tun wollt, was ist dann der Sinn dahinter, euch Schl*mpen zu nennen, und warum ist es unvorstellbar, die Demonstration umzubennen, um sie inklusiver zu machen, wenn es nicht darum geht, den Begriff zu reclaimen?

Um weltweite Solidarität mit anderen Sl*tWalks kann es nicht gehen, da diese NICHT aufgegeben haben, die Begriff zu reclaimen. Geht es einfach nur um mediale Erkennung? Das wäre keine Erklärung, das würde es noch schlimmer machen. Es gibt einen Haufen von Ausdrücken, die man wählen könnte. In Hamburg wird das selbe, äußerst wichtige Ziel, rape culture zu bekämpfen, nun unter dem Namen “Enter the Gap” verfolgt. Wenn ihr den nicht so gut findet, gibt es auch innerhalb der feministischen Bewegung altbewährte Phrasen, z.B. “No means No,”  “Yes Means Yes,” “Not An Invitation,” “It’s My Body,”Reclaim X/Y/Z,” …oder ihr könntet euch etwas eigenes einfallen lassen.

Es wurde gesagt, dass es “total” schwierig sei, an all die anderen Formen der systematischen Diskriminierung zu denken und inklusiv zu sein, mit der entnervten Stimme einer Person, die Trost und Kekse erwartet. Es tut mir leid, aber weißes Rumgejammere kann mir mal den Buckel runterrutschen. Es wurde gesagt, dass die einzige Diskussionsteilnehmerin* of Color behauptete, “die Stimme der PoCs” zu sein, und warum dächten PoCs überhaupt, sie seien “ein Kollektiv”. Niemand hat das gesagt, weder die Diskussionsteilnehmerin*, noch die PoCs – aber es sagt einiges aus, dass du es so wahrnimmst. PoC ist ein Begriff, der aus der Gemeinsamkeit der Diskriminierungserfahrungen durch Rassismus einer bestimmten Gruppe von Menschen innerhalb einer gegebenen Gesellschaft entstand – PoCs sind kein homogenes Kollektiv, und das sagt auch keine_r. Wenn allerdings eine Gruppe von PoC einstimmig behauptet, dass du dich rassistisch verhältst, ist es die falsche Antwort, ihr Wissen, ihre Wahrnehmung oder ihre Analyse in Frage zu stellen, indem du ihre gelebten Erfahrungen und ihre politische Positionierung zu untergraben versuchst und glaubst, dass du als weiße Person besser als sie weißt, was Rassismus überhaupt ist und was deine eingebildeten PoC Freund_innen denken (und diese_r “Freund_in” of Color, den manche weiße Menschen jedesmal als ihre “Du kommst aus dem Gefängnis frei”-Karte verwenden, ist auch kein Beweis für deinen angeblichen selbsterklärten Antirassismus, das weiß jede_r)

Es wurde gesagt – scheinbar, um dem Rassismus-Vorwurf entgegenzutreten – dass es “auch im Kongo Sl*twalks gegeben hätte” (!!1!). Das ist Klasse! Was genau hat das mit der antirassistischen Kritik des Sl*twalk Berlin zu tun? Warum würdest du auf ein afrikanisches Land hinweisen wenn du versuchst, PoCs zu erklären, dass die Sl*twalks in Europa und den USA angeblich nicht rassistisch sind? Warte, lass mich raten …

Zu diesem Zeitpunkt verließen ich (und andere) den Raum, und die Mädchenmannschaft brach die Diskussion ab, um diesen rassistischen Müll zu beenden – sehr zur Betroffenheit der Sl*tWalk-Repräsentantinnen*, die schnell und ohne ein weiteres Wort (außer aneinander gerichtete tröstende Worte – die Zurschaustellung weißen Privilegs muss unglaublich anstrengend sein) die Geburtstagsparty verließen. Eigentlich war geplant, dass Noah Sow an diesem Abend als Haupt-Act auftreten sollte, aber offensichtlich waren weder Noah noch irgendeine der Anderen, mit denen ich mich unterhielt, nach diesem Vorfall in Partystimmung, weshalb Noah ihre Auftrittszeit hergab für eine spontane Podiumsdiskussion für die PoC unter den Teilnehmer_innen, um ihren Ärger auszudrücken und die Vorkomnisse zu reflektieren (nochmals vielen Dank dafür!).

Am Wichtigsten für mich war, was Noah sagte: Das hier ist keine abstrakte Diskussion über Rassismus und weißes Privileg und schlechte Ausreden – für PoC ist es das normale Leben, und für Women of Color hat das ganz bestimmte Konsequenzen. Weiterhin sagte sie, dass das ein Beweis für die starke Durchdringung von Rassismus ist, dass es soetwas wie einen Safe Space nicht gibt, selbst bei Veranstaltungen, die sich explizit als antirassistisch positionieren; und dass noch viel mehr aktiv getan werden muss, um PoC einen Safe Space zu garantieren, zum Beispiel durch die Umsetzung des Wissens, wie mensch einen Safe Space für (weiße) Frauen* kreiert. Wie kann es nur sein, dass dies so schwer auf andere soziale Gruppen, die auch mit Diskriminierung kämpfen, zu übertragen ist?

Für mich war dieser Vorfall am unteren Ende meiner persönlichen Verärgerungs-Skala; vielleicht, weil ich größtenteils das Verhalten der Sl*twalk-Gruppe zum Fremdschämen und zeitweise grotesk lustig fand. Und ich war tatsächlich positiv überrascht, als auch Nicht-POC während der Debatte ihnen Einiges entgegenhielten und sie dann auch irgendwann aufriefen, endlich die Klappe zu halten. Das Problem ist nur, dass dieser Moment zu einem recht fortgeschrittenen Zeitpunkt in der Debatte lag; es muss wohl erst Vieles ausgesprochen werden, bevor die meisten (weißen) Leute erkennen, wohin das führt. Das ist eng verwandt mit dem “Tone Argument” und dem “Du bist überempfindlich”: Ich kann nicht in die Zukunft sehen, aber ich weiß trotzdem, wohin zur Hölle ein Gespräch führt, wenn Leute mit den Äußerungen in diese starten, mit denen die Sl*twalk-Gruppe das tat. Es ist immer nur die Spitze des Eisbergs. Versteht mich nicht falsch: Ich finde es total gerechtfertigt und wichtig, dass heftig und schnell reagiert wird auf “Vorfälle” wie der mit dem Niqab. Aber einer der Gründe, warum das wichtig ist, ist nicht einfach die rassistische Kackscheiße, die damit zur Schau gestellt wurde, sondern die viel größere rassistische Kackscheiße, die dem zugrunde liegt. Die Sl*twalk-Gruppe hat dem gestern ein großartiges Beispiel gesetzt, indem sie ihr eigenes Loch immer tiefer gruben, statt anzuerkennen, dass es manchmal wörtlich angebracht ist, einfach mit dem Reden Aufzuhören. Mich auf den “Kongo” hinzuweisen, um darzustellen, wie nicht-rassistisch du  seist, ist … nun ja … sagen wir: Nicht effektiv, eher ein erstklassiges Beispiel für kognitive Dissonanz.

Und als PoC den Raum verließen, sagten manche, dass die Sl*twalk-Vertreterinnen* gehen sollten und dass die falschen Leute den Raum verlassen mussten. Ich wertschätze das, denn für mich ist es doch ein überraschendes Anzeichen von Fortschritt, wenn Menschen das erkennen. Es wäre noch besser gewesen, wenn die Grenzen erst gar nicht so weit gepusht würden, dass entweder der demonstrative Abgang von PoC oder der der Frauen* und Männer*, die Paradebeispiele weißen Privilegs waren, erforderlich wurde. Ich weiß, dass die Bemerkung über den “Kongo” und ähnliches für manche unbedeutend scheint- aber das sind sie nicht. Sie gehen einher mit einer Person im Publikum, die tatsächlich fragte, was “PoC” bedeutet. Sie gehen einher mit den Aussagen der Sl*twalk-Vertreterinnen*, die vorgaben, Kritik anzunehmen, aber nicht sich nicht zurückhalten konnten, mit “Was soll denn das Geschrei? Es gibt Wichtigeres (TM)!” zu argumentieren.

Das Problem hier: Solidarität geht hier immer nur in eine Richtung. Es sind immer PoC- Feministinnen*, Feminist_innen aus LGBTQ-Zusammenhängen, Feministinnen* aus der Arbeiter_innenklasse, Feministinnen* mit Behinderung … die aufgefordert werden, es um des Feminismus (TM) wegen doch hinzunehmen, wiederholt, ständig, aggressiv. Und solltest du das kritisieren, bist du die “Spalterin*”, die unsolidarische Quenglerin*, die Erbsenzählerin*, die Spaßbremse*, die Person, die einfach nicht ablassen kann. Das ist wahr: Ich kann nicht davon ablassen. Weil IHR nicht davon ablassen könnt, aktiv euer Privileg aufrechtzuerhalten.

Das hier ist auch eine Debatte und eine nötige Reflektion, die die Mädchenmannschaft weiterführen möchte. Nachdem sie der stichhaltigen Kritik ausgesetzt war, dass die Gruppe nicht in der Lage war, den sicheren  Raum zu bieten, der vorgesehen war, bin ich mir sicher, dass es eine Diskussion dazu geben wird. Ich wäre froh von eurer Sicht zu der Sache zu hören (egal, ob ihr dort anwesend wart oder nicht) und mögliche Vorschläge, wie mensch auf solche Situationen reagieren und mit ihnen umgehen kann. Dies sind prinzipiell einige meiner noch unsortierten Gedanken, um eine Diskussion anzuregen. Und: Wenn du nicht auf Englisch schreiben willst, kannst du natürlich auch gerne auf Deutsch schreiben.

[Update]: Nachdem ich den Text nochmal gelesen habe, denke ich, ich sollte wenigstens erwähnen, dass ich bis zu diesem Punkt eine interessante und informative und erfreuliche Zeit bei der Mädchenmannschafts-Jubiläums-Feier verbracht habe – Vorfälle wie diese blenden (zu Recht und unvermeidbar) positive Erlebnisse aus, aber ich denke, es ist wichtig, die positiven Erinnerungen für sich zu erwähnen, gerade auch, weil ich weiß, wie viel Bemühungen und Arbeit einige Menschen in diese Party investiert haben. Auch die Lesung von Sharon Dodua Otoo war wunderbar. Das alles nimmt dem Ganzen aber nicht die Notwendigkeit, die Veranstaltung und potentielle Folgen zu diskutieren.

Quellen:

Deutsche Übersetzung des Textes “You walk alone” von @_accalmie, Übersetzer*innen: @tinuqin@baum_glueck@10000spoons1@erdbeerfrosch13

Kommentar verfassen